Eine gute Lauffreundin, die selbst im Triathlon aktiv ist, hatte mich in den letzten Wochen erfolgreich “bearbeitet”, im jugendlichen Alter von 53 Jahren den ersten Triathlon meines Lebens zu versuchen.

Bedingt durch einen Bänder(an)riss im Juni hatte ich den Juli mal wieder eine vierstellige km Zahl auf dem Rad, da ich auf Empfehlung des Docs sehr wenig lief, aber sehr viel mit dem Rennrad trainierte. Ab Anfang August kam dann auch noch Schwimmtraining dazu, bei dem heißen Wetter eher eine Freude als eine Last. Kraulen kann ich zwar (noch) nicht und ein schneller Schwimmer war ich noch nie, aber auch mit Brustschwimmen kann man mittlere Strecken überbrücken und den Rest kann ich ja.

Nachdem ich mehrfach die geforderte Schwimmstrecke im Training absolviert hatte, fiel dann die Entscheidung: jo, dass machen wir!

So stand ich dann am Nachmittag des 25.8. am Sandstrand des Stotternheimer Sees und wartete leicht schlotternd in Bade-/Rad-/Laufhose auf den Start.

Als "Nichtschwimmer" stellte ich mich bewußt in die letzte Reihe. Ich hatte keinen Bock auf Ellenbogen u.ä.weil ich nicht schnell genug vom Fleck komme. Dennoch waren nach dem Start erst mal alle guten Vorsätze (langsam schwimmen, auf Technik achten usw) vergessen, die ersten 100 m habe ich daher kräftig Wasser geschluckt. Dann war die erste Boje erreicht und es ging gefühlt endlos quer zu einer orangenen Boje, die sich scheinbar durch den Wind auch noch entfernte. Da habe ich schon ein paar Mal befürchtet, das wird kein gutes Ende nehmen. Aber irgendwann hatte ich eine Gruppe gefunden, die mein langsames Tempo mitschwamm und die zogen einem dann schon mit. Ich konzentrierte mich im Rahmen meiner Möglichkeiten (alles ist relativ im Leben ) auf eine möglichst saubere Technik und Wasserlage und schwamm ein kontrolliertes Tempo, nicht am Anschlag, aber auch nicht trödeln.

rgendwann war die blöde Boje dann endlich erreicht, ab da ging es zurück zum Seestrand und meine Laune wurde schlagartig besser, denn ab war mir klar "das schaffe ich", das waren vielleicht noch 100-150 m, auch mit Brustschwimmen keine unlösbare Hprde. Vor mir bekam dann ein Mitschwimmer einen Krampf, den zog die DLRG aus dem Wasser, aber auch das konnte mich nicht mehr schocken, statt mich über die Pause zu freuen ärgerte es mich sogar, dass das Zeit kostete, weil das Boot quer in der Schwimmbahn stand. Nach 12 min 30 sec war dann das Schwimmen geschafft, ich lag zwar nur (wie ich später feststelle) auf Platz 17 von ca 25 Männern und Frauen, aber das Mittelfeld war noch in Sichtweite.

Nach kurzem Sprint zur Wechselzone, einem etwas umständlichen Anziehen der Radschuhe (Zeit verschenkt!) ging es dann mit Helm, Rennrad und Ostwest Trikot auf die Radstrecke. Und ab da lief die Maschine. Die von Trias häufig beklagten "schweren Beine" nach dem Schwimmen blieben bei mir aus, ich hatte sofort Druck auf dem Pedal, dazu noch leichten Rückenwind, das flutschte, auch wenn die Tachoanzeige leider dunkel blieb (Wackelkontakt) wußte ich, da steht jetzt vorne eine 3 beim Tempo. Nach 500 m war der erste eingeholt und so sammelte ich von Kilometer zu Kilometer andere Starter meiner Strecke , aber auch Radfahrer der Staffeln, die zeitgleich gestartet waren, ein. Es war ein Gefühl wie bei Pacman, wenn man einen der dicken Punkte gefressen hatte

Die knapp 20 km auf dem Dreieckskurs vergingen wie im Flug (35 min), kurz vor mir bog eine Gruppe von ca 10 Startern in die Wechselzone ein, wobei man aus der Entfernung nicht sehen konnte, ob Einzelstarter oder Staffel. Ich wußte nur "Jungs, zieht euch warm an, ich habe noch Körner übrig" und donnerte auf meinen giftgelben DS Trainern hinterher. Dieses Mal flutschte der Wechsel, wobei ich in der Hektik fast den Radhelm aufgelassen hätte

Meine Pace betrug anfangs glatt 4 min/km. Trotz Radfahren und Schwimmen fühlten sich die Beine frisch an und schon bis zu Hälfte der Wendestrecke hatte ich sie fast alle eingeholt.

Dann ging es noch mal knapp 2.5 km zurück, anfangs hielt ich das Tempo trotz Gegenwind noch hoch, aber so ca 1.5 km vor dem Ziel gingen mir die Gegner aus.

Die, die ich noch sehen konnte, waren dann doch zu weit weg, von hinten kam nichts mehr, zumindest 100 m nach hinten war gähnende Leere und dann nahm ich doch ein wenig das Tempo raus, was mich rückblickend ein wenig ärgert, denn da habe ich vermutlich die Laufbestzeit bei den Einzelstartern "verschenkt", die Zeit des schnellsten Läufer war am Ende 8 sec schneller als meine, die wären wohl drin gewesen.

Aber egal, noch mehr als der 2. Platz im Laufen freute mich der 4. Rang auf dem Rad, das kam trotz Radtraining im Juli völlig unerwartet, .

In der Gesamtwertung war es Rang 5, zugleich bekam ich den "virtuellen Ehrenpreis" als ältester Sack des Feldes auf Rang 10 war noch einer Jahrgang 67, alle anderen waren zwischen 1973 und 1999 geboren. Dementsprechend gut war die Laune hinterher auch ohne Platz auf dem Podest.

Und nun? tja, war schon spannend, mit etwas besserer Schwimmleistung habe ich da vermutlich schon Potential beim Triathlon, erst recht, wenn es eine Altersklassenwertung gibt.

Zumindest fürs erste will ich das Schwimmtraining fortsetzen, vermutlich im Winter einen Kraulkurs buchen und dann sehen wir 2019 weiter. Meinen Schwerpunkt sehe ich weiter beim Laufen, das ist einfach meine beste Disziplin, aber vielleicht … , wenn der Frühjahrsmarathon 2019 rum ist ..., da könnte man ja ...???

Wolfgang Kölsch

   

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